Der Bioenergiehof Obernjesa
Die tägliche Arbeit des niedersächsischen Energiewirtes Hans-Walter Körber-Harriehausen hat großes öffentliches Interesse geweckt. Im April 2003 wurde seine bis dahin in Deutschland einmalige Biogasanlage in Betrieb genommen.
Pilotanlage
Der Großteil der Pilotanlage wurde durch Mittel der »VRD Energie Stiftung finanziert. Unter wissenschaftlicher Betreuung von »Professor Konrad Scheffer, Leiter des »Fachgebietes Acker- und Pflanzenbau an der Universität Kassel, kommen dort nur Energiepflanzen nach dem Prinzip der Monovergärung zum Einsatz.
Zweikulturnutzungssystem
Das Anlagenkonzept ist in vielfacher Hinsicht innovativ: Energiewirt Körber-Harriehausen bewirtschaftet seine Felder nach einem neuen Anbauverfahren, dem von Professor Scheffer entwickelten Zweikulturnutzungssystem. Mit diesem Anbausystem sind zwei Ernten möglich.
Über
Winter bis Mai/Juni wachsen heimische Kulturpflanzen wie Getreide und
Raps. Nach ihrer Grünernte werden Wärme liebende Pflanzen wie Mais und
Sonnenblumen angebaut.
Das Anbausystem schützt das Grundwasser vor Nitrateinträgen,
Insektizide und Fungizide werden nicht benötigt. Herbizide kommen,
wenn überhaupt, nur selten zum Einsatz. Auch auf Mineraldünger kann fast
gänzlich verzichtet werden, denn nach der Vergärung in der Biogasanlage
wird der Gärrest als organischer Dünger wieder ausgebracht. Dadurch schließt
sich der Nährstoffkreislauf.
Geregeltes Einkommen für den Energiewirt
Durch zwei Ernten pro
Jahr kann der Energiewirt seine Gasproduktion im Vergleich zu einer
konventionellen Ernte deutlich steigern. Das Biogas wird im eigenen Blockheizkraftwerk
verstromt. Der Stromverkauf schafft ein geregeltes Einkommen. Die bei
der Verbrennung des Biogases entstehende Abwärme wird zum Beheizen
der eigenen Wohnflächen genutzt.
Parallel zum Bau der Anlage wurde ein Seminar- und Schulungsgebäude eingerichtet. Dort hält der Energiewirt Körber-Harriehausen Vorträge über die Biogaserzeugung. Bis heute konnte er seine Erfahrungen an mehr als 4000 interessierte Landwirte, Studenten, Schüler und andere Besucher weitergegeben.
Weitere Informationen finden Sie unter »www.bioenergiehof.de
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